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06.01. | Die Mörderklinik |
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10.10. | X 312 … Flug zur Hölle... |
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26.08. | Das Omen des Bösen |
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kurzrezension
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Western-Legenden Nr. 7: alle Filme
Auf DVD geht Koch Medias Edition Western-Legenden mit „Herrin der toten Stadt“ in die siebte Runde.
Regisseur William A. Wellman erzählt die Geschichte einer Bankräuberbande, die unter Führung des selbstbewussten Stretch (Gregory Peck) in die Salzwüste fliehen muss, weil ihnen die Kavallerie auf den Fersen ist. Während die Soldaten keine Lust haben, zu verdursten, bleibt den Räubern keine andere Wahl, als den schweren Weg durch die Ödnis zu versuchen. Völlig entkräftet stoßen sie schließlich auf die Geisterstadt Yellow Sky. Glücklicherweise taucht die junge Constance Mae (Anne Baxter), genannt Mike, auf, um den Männern den Weg zur Wasserquelle zu zeigen. Mike, die mit ihrem Großvater (James Barton) in der verlassenen Stadt wohnt, hofft, dass sich die Männer schnell aus dem Staub machen. Aber die Räuber finden schnell heraus, dass Mike und ihr Großvater in der Ödnis ausharren, weil sie einen Goldschatz versteckt haben. Während Stretch zwar auch auf das Gold scharf ist, aber mit Mike und ihrem Großvater teilen möchte, will Dude (Richard Widmark) das ganze Gold einsacken. Er hetzt die übrigen Bandenmitglieder gegen Stretch auf, so dass der Kampf unvermeidlich wird.
Die visuelle Qualität des Western „Herrin der toten Stadt“ ist herausragend. Mit starken Kontrasten sorgt Kameramann Joseph MacDonald für einen silbrigen Glanz, der den gesamten Film überzieht. Hinzu kommt eine Bildkomposition, welche allen Elementen eine zeitlose Monumentalität verleiht. Die Verbindung der poetischen Schönheit des Glanzes mit der
archaischen Universalität der Landschaft verleiht dem Geschehen eine Wucht jenseits flüchtiger Momente. Jedes Bild strahlt Gewicht aus, ohne dass der Film davon erdrückt wird, weil der flüssige Schnitt das verhindert. In dieser Umgebung agieren die Figuren wie Chiffren für elementare Bedürfnisse des Menschen. Wasser als Überlebenselixier ist eines davon, die Gier sowie die sexuelle Lust gehören ebenfalls dazu. Der Mensch kann aber nur dann in einer sozialen Gemeinschaft existieren, wenn die Kräfte austariert werden, die mit den Bedürfnissen verbunden sind. Bei den Bankräubern gerät das zunehmend außer Kontrolle. Während sie in der Wüste noch alles für einen Schluck Wasser hergegeben hätten, stellt sich in der Geisterstadt ein anderes Szenario ein. Macht, Gier und sexuelle Lust führen die Männer in Konflikte untereinander, da sie andere Vorstellungen davon haben, wie die Bedürfnisse befriedigt werden sollen.
In Wellmans ausdrucksstarkem Drama wird daraus ein Kampf der Geister um die Rückkehr ins Leben. Denn als die Männer in der toten Stadt ankommen, fallen sie vor Entkräftung in den Staub. Sie sind quasi bereits tot und bekommen noch einmal eine Chance. Das ganze Drama entfaltet sich vor dem Hintergrund, wie die einzelnen Bandenmitglieder damit umgehen. Auf diese Weise gelingt es Wellman, den Konflikten eine ungeheure Wucht zu verleihen. Denn die Figuren kämpfen nicht einfach nur gegeneinander um das Überleben, ihre Auseinandersetzung ist vielmehr Ausdruck eines teilweise tragischen Balanceaktes zwischen Leben und Tod. Die gewalttätige Austarierung der Bedürfnisse verbindet sich mit der monumentalen Optik zu einem archaischen Spiel gespenstischer Intensität. Nur wer die zweite Chance nutzt, kann das Reich des Todes vermeiden.
Bildqualität
Das Bild der DVD übrzeugt mit einer Schärfe, die bei einem so alten Film nicht selbstverständlich ist. Weitgehend klare Konturen, die nur gelegentlich etwas weich ausfallen, und ein ansprechender Detailreichtum sorgen für wunderbare Landschaftsaufnahmen. Auch die Geisterstadt kommt in ihrer morbiden Wirkung sehr gut zur Geltung. Der Kontrast leistet sich keine Schwächen. Das analoge Rauschen stört nicht, Defekte oder Verschmutzungen sind selten.
Tonqualität
Der DD 2.0 Mono Ton verfügt über klare und verständliche Dialoge. Das Hintergrundrauschen beeinträchtigt die Verständlichkeit nicht. Verzerrungen sind kaum hörbar, auch die Musik entfaltet ihre Kraft.
Extras
Als Bonus enthält die DVD eine Radiohörspielversion der Filmhandlung mit Gregory Peck. Der Trailer und eine Bildergalerie sind ebenfalls vorhanden.
Laut Herstellerangaben liegt der DVD auch ein Booklet bei. Da die Rezensionsfassung ohne Originalverpackung ausgeliefert wurde, können an dieser Stelle dazu keine Angaben gemacht werden.
Fazit
„Herrin der toten Stadt“ gehört zu den herausragenden Western, welche die klassischen Konflikte in eine universelle Bedeutungsebene transzendieren. Die visuelle Schönheit und der gespenstische Handlungsort ohne Einflussgrößen jenseits des Hauptfiguren sorgt für eine Konzentration auf das essentielle Drama. Technisch ist die DVD gut.
Stefan Dabrock
19.07.2011
Originaltitel | Yellow Sky (USA 1948) |
Länge | 94 Minuten (Pal) |
Studio | Koch Media |
Regie | William A. Wellman |
Darsteller | Gregory Peck, Anne Baxter, Richard Widmark, Robert Arthur, John Russell, Harry Morgan, James Barton, Charles Kemper, u.a. |
Format | 1:1,33 (4:3) |
Ton | DD 2.0 Mono Deutsch, Englisch |
Untertitel | Englisch |
Extras | Radiohörspielversion, Bildergalerie, Trailer, Booklet (laut Herstellerangaben liegt ein Booklet bei, das Rezensionsexemplar wurde ohne verschickt) |
Preis | ca. 13 EUR |
Bewertung | sehr gut, technisch gut |