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Twilight-Classics Nr. 5: alle Filme
Rezension von Stefan Dabrock vorlesen lassen
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Weltraum-Science-Fiction-Filme lassen sich immer dann recht günstig produzieren, wenn sie hauptsächlich im Raumschiff oder innerhalb einer Planetenstation spielen. Zu viele Szenen in den Weiten des Alls können schließlich ins Geld gehen. Deswegen spielt „Convict 762“ hauptsächlich in den Räumlichkeiten der Alexandria, die auf dem Heimweg mit ihrer vollständig weiblichen Besatzung aufgrund eines Navigationsfehlers in ein Asteroidenfeld gerät, und in den Gängen einer Strafkolonie. Da die Treibstoffvorräte zur Vermeidung eines größeren Unfalls abgeworfen werden mussten, bleibt der Alexandria nichts anderes übrig, als Kurs auf die nahe gelegene Strafkolonie zu nehmen, wo neuer Treibstoff aufgenommen werden kann. Als die Frauen dort ankommen, stellen sie fest, dass sich innerhalb des Gefängnisses nur noch zwei Überlebende aufhalten. Einer von ihnen soll ein Aufseher und der andere ein berüchtigter Strafgefangener, der Convict 762, sein. Letzterer scheint für die zahlreichen Morde verantwortlich zu sein, welche die übrigen Gefangenen und Aufseher ins Jenseits befördert haben. Unglücklicherweise ist für die Frauen nicht auszumachen, wer Aufseher und wer Gefangener ist.
Die einfache Handlung stützt sich im wesentlichen darauf, verwirrende Informationen über die jeweilige Identität des Mannes zu präsentieren, den die Frauen gerade für den Guten halten.
Das wechselt im Verlauf des Films vielleicht etwas zu oft, funktioniert auf atmosphärischer Ebene aber gut, da die Todesgefahr, in der sich die weibliche Besatzung der Alexandria befindet, recht schnell ihre Durchschlagskraft offenbart. Die richtige Einschätzung der Situation sowie der Personen wird zur Überlebensfrage. Die archaische Thematik des Duells, das sich die beiden Männer liefern, wird um einen Schiedsrichteraspekt erweitert. Diese Rolle haben die Frauen inne, die ihre Wahl zu treffen haben. Das ist im Grunde genommen nichts anderes als eine vereinfachte Evolutionssituation, in der die Frauen den weiteren Fortgang des Lebens bestimmen. Die beiden letzten Männer kämpfen um die Vorherrschaft in ihrem Revier, während die Frauen auswählen. Sexuelle Anspielungen sorgen im Verlauf der Handlung für die passende Unterfütterung des Kampfes, bis es schließlich auch zur Vereinigung zwischen Mann und Frau kommt.
„Convict 762“ präsentiert im Gewand eines Science-Fiction-Action-Films nichts anderes als ein langes Balzritual, bei dem es vor dem Hintergrund der begrenzten Möglichkeiten tödlich zugeht. Man kann über das zugrunde liegende Frauen- und Männerbild sicherlich geteilter Meinung sein, wenn man das Geschehen in seiner Dimension ernst nimmt, die Atmosphäre des Werks aber ist gelungen. Nebelmaschinen verleihen den düsteren Sets die passende Spannungsstimmung, während der Film ohne große Umschweife die Waffen sprechen lässt oder mit Hilfe seltsamer Audionachrichten sowie anderer Geräusche das Unbehagen steigert. Nur die nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen der Frauen, die sich auch schon mal völlig ohne Not in Gefahr begeben, bilden einen Wermutstropfen bei der ansonsten solide umgesetzten Inszenierung. Das geringe Budget ist der Produktion stets anzumerken, ohne dass sich das in entscheidender Weise nachteilig auswirkt.
Bildqualität
Das Bild der DVD leidet ein wenig unter den damaligen Produktionsbedingungen des Films. Die Schärfe ist nur angenehm, da die Konturen etwas weich wirken und sich der Detailreichtum in Grenzen hält. Manche Bilder sehen matschig aus. Die oftmals kühlen Farbtöne wurden gut auf die DVD übertragen, der Kontrast ist recht solide, kann aber nicht verhindern, dass es teilweise zu Überstrahlungen kommt. Das analoge Rauschen ist stets präsent, ohne dass es übermäßig stört, sonstige Rauschmuster gibt es kaum.
Tonqualität
Die 2.0-Spuren verfügen über klare und verständliche Dialoge, die ansprechend mit den übrigen Geräuschen abgemischt wurden. Die Klangkulisse nutzt die vorderen Lautsprecher recht gut, so dass ein relativ breiter Klangraum entsteht. Insgesamt ein ordentlicher Ton.
Extras
Das Bonusmaterial besteht aus dem Trailer.
Fazit
„Convict 762“ verfügt über eine dichte Atmosphäre, mit der die einfache Grundsituation recht ansprechend in Szene gesetzt wird. Im übertragenen Sinne erweist sich das Geschehen als ruppiges Balzritual, bei dem mit tödlicher Konsequenz um die Vorherrschaft gekämpft wird, bis es schließlich zur Paarung kommt. Technisch ist die DVD recht ordentlich, kommt aber beim Bild nicht über den Durchschnitt hinaus.
Stefan Dabrock
22.03.2010
Originaltitel | Convict 762 (USA 1997) |
Länge | 91 Minuten (Pal) |
Studio | epiX |
Regie | Luca Bercovici |
Darsteller | Frank Zagarino, Shannon Sturges, Michole White, Tawny Fere, Shae D'Lyn, Charlie Spradling, Merle Kennedy, Billy Drago, u.a. |
Format | 1:1,66 (16:9) |
Ton | DD 2.0 Deutsch, Englisch |
Untertitel | - |
Extras | Trailer |
Preis | ca. 10 EUR |
Bewertung | gelungene Atmosphäre, technisch recht ordentlich |