Das
Thrillergenre beweist seine Qualitäten nicht nur durch aufregende,
überraschend neuartige Werke, sondern auch durch Filme, die bewährte
Muster so effektiv inszeniert präsentieren, dass feine Spannungswerke
entstehen. Da "Wish you were here" nicht zur originellen
Sorte gehört, ist er auf seine Spannungsinszenierung angewiesen.
"Wish
you were here" scheitert an den elementaren Bedingungen, die
ein guter Genre-Film erfüllen sollte. Ein Thriller benötigt
Spannungsszenen, um seine Genrezugehörigkeit zu beweisen. Die
Spannung bei "Wish you were here" kann sich nicht durch
die "Ermittlung" Davids aufbauen, der seine Freundin sucht,
da sich David niemals in bedrohliche Situationen begibt oder der Hintergrund
des Verschwindens unklar ist. Sehr schnell weiß man als Zuschauer,
was hinter den Vorgängen steckt. Natürlich könnte der
Film seine Thrillelemente auch aus den Erlebnissen schöpfen,
die Davids Freundin überstehen muss. Regisseur Darryn Welch versteht
es jedoch nicht, wie Suspense aufgebaut wird, denn der Fluchtversuch
der jungen Frau besitzt niemals Aussicht auf Erfolg. So ist es nicht
möglich, mit ihr mitzufiebern, da die Überlegenheit der
Entführer zu deutlich zu Tage tritt. Hier verschenkt Welch die
Möglichkeit, einen guten Thriller zu erzählen. Wenn sich
"Wish you were here" aufgrund mangelnder Spannungsinszenierung
schon weigert, ein Thriller zu werden, dann böte sich immer noch
die Entwicklung zu einem tauglichen Drama. Aber auch diese Hoffnungen
werden enttäuscht. Das Vater-Sohn-Verhältnis ist laut der
Exposition gespannt. Durch eine intensive Charakterisierung der Figurenbeziehungen
könnte sich "Wish you were here" aus dem Fahrwasser
der Langeweile herausschwimmen, aber daran ist Welch gar nicht interessiert.
Keine Szene widmet sich dem Vater-Sohn-Verhältnis auf einer substanziellen
Ebene, die sich mit der Rolle Vater beziehungsweise Sohn beschäftigen
würde. Die stakkatoartigen Auseinandersetzungen bleiben auf der
oberflächlichen Ebene der aktuellen Ereignisse, wenn der Vater
seinen Sohn dafür kritisiert, die Freundin überhaupt zu
suchen. So fällt es schwer einen emotionalen Bezug zu den Figuren
aufzubauen, die keine menschlich fühlbaren Züge besitzen.
"Wish your were here" bleibt deswegen auf allen Ebenen banal,
und da er auch keine Thrillelemente besitzt, ist er langweilig sowie
überflüssig.
Bildqualität
Im Gegensatz zum Film spielt die DVD in technischer Hinsicht ihre Stärken voll aus. Die Vorlage ist blitzsauber und weist keinerlei Störungen auf. Die Schärfe überzeugt auf der ganzen Linie, so dass auch kleinste Details gut wieder gegeben werden. Die Farben sind ausgezeichnet kräftig, so dass die einige Stärke des Films, hübsche Kamerabilder, voll zur Geltung kommt. Auch der Kotrast ist sehr gelungen, so dass auch in dunklen Szenen keine Details verschluckt werden. Ganz leicht sind hier und da stehende Rauschmuster feststellbar, aber sie treten nur ganz selten und kaum sichtbar auf.Tonqualität
Die beiden 5.1-Spuren unterscheiden sich nicht. Ohne störendes Rauschen sind alle Dialoge klar und verständlich. Räumliche Effekte durch Nebengeräusche gibt es nicht, stattdessen springt die Musik in die Bresche, welche sehr gut räumlich abgemischt ist, so dass auch die hinteren Boxen Arbeit bekommen. Die 2.0-Spuren bieten eine gute Abmischung auf den vorderen Lautsprechern.Extras
Auf
einer zweiten Scheibe ist der Film noch einmal im WMV-HD-Format enthalten,
wodurch das Bild einen weiteren Qualitätsgewinn erfährt.Fazit
"Wish you were here" versagt bei den Grundelementen, die einen Genre-Film ausmachen. Regisseur hat eine Mischung aus Thriller und Drama gedreht, die ohne Thrills und dramatische Szenen auskommen muss. Technisch ist die DVD Extraklasse, die WMV-HD-Version auf der zweiten Scheibe setzt ein Ausrufezeichen unter der Veröffentlichung.Stefan Dabrock
| Originaltitel | Wish you were here (Spanien 2005) |
| Länge | 80 Minuten |
| Studio | Galileo Medien |
| Regie | Darryn Welch |
| Darsteller | Samuel Page, Natassia Malthe, David Gant, u.a. |
| Format | 1:1,85 (16:9) |
| Ton | DD 5.1 Deutsch, Englisch; 2.0 Deutsch, Englisch |
| Untertitel | Deutsch |
| Extras | Making Of, Trailer, u.m. |
| Preis | ca. 23 EUR |
| Bewertung | Film schlecht, technisch ausgezeichnet |