Basierend
auf der gleichnamigen britischen Fernsehserie - die ich bis heute
leider immer noch nicht gesehen habe - schrieb der auch für das
TV-Format verantwortliche Dennis Potter das Drehbuch für die
Spielfilm-Fassung, welches nun von Keith Gordon inszeniert wurde.
Robert Downey Jr. schlüpft in die Rolle des Schriftstellers,
der mit einer seltsamen Schuppenflechte ans Krankenhausbett gefesselt
ist, da sie seinen ganzen Körper bedeckt. Zu Bewegungsunfähigkeit
verdammt, unternimmt sein Geist Ausflüge in die Welt der klassischen
Detektivgeschichten, in die spannende Welt des Noir. Er selbst übernimmt
die Rolle des Ermittlers, der einen Frauenmord aufklären muss.
Da der Autor auch nicht mehr schreiben kann, bleibt die Geschichte
ein reiner Kopfroman, der sich immer mehr mit der Realität vermischt,
indem Ereignisse und Personen aus dem Krankenhaus mit einfließen.
Ein Psychiater (unerkennbar: Mel Gibson) soll den geschundenen Geist
wieder in die reale Welt holen.
Detective" gehört zu den seltsameren Kinofilmen, die man
auch hierzulande gerne auf der Leinwand gesehen hätte. Die geschundene
Psyche des Autoren spiegelt sich in einer wilden Collage aus Phantasiewelten
und bösartigen Bemerkungen wieder, die der Autor zum Besten gibt,
wenn er gerade die Realität wahrnimmt. Dabei folgt man dem Geist
des Schriftstellers willig in die glamourös wirkende Welt der
Gangster und Detektive. So vermittelt der Film ein zwiespältiges
Gefühl zwischen dem Ansinnen des Psychiaters, den Autoren wieder
in der Realität zu verankern, und dem konsequenten Ausbruch in
die fiktionale Welt. Ab einem gewissen Punkt stehen beide Welten einander
gleichberechtigt gegenüber. Jede Realität scheint ihre Berechtigung
zu haben.
Bildqualität
Wie bei einem aktuellen Film nicht anders zu erwarten, überzeugt das Bild auf der ganzen Linie. Die Schärfe liegt in einem sehr guten Bereich, andere Beeinträchtigungen sind nicht vorhanden. Die Farbwiedergabe ist kräftig. Vor allem die verschiedenen visuellen Stile (Noirwelt, Kindheitserinnerungen, Krankenhausrealität) wurden adäquat auf die DVD übertragen. Rauschmuster treten fast gar nicht auf und der Kontrast sorgt dafür, dass auch in dunklen Szenen keine Details verschluckt werden. Und es komme mir bitte keiner damit, dass manche Szenen überstrahlt seien. Das muss so, weil es so gefilmt wurde.Tonqualität
In
den vielen Dialog-Passagen kann der Ton kaum räumliche Wirkungen
über seine beiden 5.1-Spuren entfalten. Lediglich hier und da
gibt es dezente Effekte auf den hinteren Boxen. De Dialoge sind klar
und verständlich. Die große Stunde der heimischen Tonanlage
schlägt bei den vielen Musiknummern, die mit hervorragender Dynamik
aus den Boxen erschallen. So soll es sein.
Extras
Die DVD enthält jeweils etwa 2minütige Interviewschnipsel mit Robert Downey Jr., Jeremy Northam, Katie Holmes, Mel Gibson und Keith Gordon. Dabei handelt es sich um reines Material aus dem Lehrbuch für Öffentlichkeitsarbeit.Fazit
"The Singing Detective" überzeugt als bizarrer Trip in die Psyche eine derangierten Romanautoren, in dessen Wahrnehmung sich die Realität, seine Noir-Phantasien und Kindheitserinnerungen vermischen. Sehr schön sind die Musicalnummern. Technisch ist die DVD gut. Das Bonusmaterial ist überflüssig.Stefan Dabrock
| Originaltitel | The Singing Detective (USA 2003) |
| Länge | 105 Minuten (Pal) |
| Studio | Constantin im Vertrieb der Highlight |
| Regie | Keith Gordon |
| Darsteller | Robert Downey Jr., Robin Wright Penn, Jeremy Northam, Mel Gibson, u.a. |
| Format | 1:1,85 (16:9) |
| Ton | DTS Deutsch, DD 5.1 Deutsch, Englisch |
| Untertitel | - |
| Extras | Blick hinter die Kulissen, Interviews, u.m. |
| Preis | ca. 20 EUR |
| Bewertung | gut |