Schon
immer hat der Piratenfilm an romantische Gefühle appelliert.
Sergio Sollimas "Der schwarze Korsar" ist da keine Ausnahme.
Mit großer emotionaler Wucht erzählt der Film eine tragische
Outlaw-Geschichte an exotischen Schauplätzen sowie die Geschichte
einer unmöglichen Liebe. Der fiese Van Gould sorgt durch die
Ermordung des grünen sowie des roten Korsaren -zwei Brüder
des schwarzen Korsaren - dafür, dass er die komplette Familie
des schwarzen Korsaren ausgelöscht hat. Aus Rache hat sich der
ehemalige Fürst eine Exstenz als gefürchteter Pirat aufgebaut.
Sein einziges Ziel ist die Tötung Van Goulds. Bei einer Schiffsenterung
fällt ihm die Tochter Van Goulds in die Hände, ohne dass
er ihre Identität kennt. Der schwarze Korsar verliebt sich ebenso
in die attraktive Frau, wie sie dem edelmütigen Piraten verfällt.
Zuvor hatte der schwarze Korsar in einem Pakt mit dem Teufel jedoch
geschworen, die ganze Familie Van Goulds zu töten, so dass über
dem möglichen der Zeitpunkt der Enthüllung seiner Geliebten
ein Damoklesschwert hängt.
Sergio
Sollima zieht für seinen perfekten Abenteuerfilm alle Register.
Tragik, Romantik und schwungvolle Kämpfe verbinden sich mit exotischer
Kulisse zu einem rasanten Film. Sollimas großes Gespür
für das tragische Beziehungsgeflecht, das die Figuren miteinander
verbindet, sorgt dafür, dass "Der schwarze Korsar"
nicht im reinen Kitsch untergeht. Hier findet eine konsequente Überhöhung
der innewohnenden Gefühle statt, bis sie sich in ihrer reinsten
Form in Filmbildern ergießen, die durch ihren Wiedererkennungswert
von der Wahrheit der Emotionen künden. Die wunderschöne
Verfilmung des Romans von Emilio Salgari überzeugt übrigens
auch durch die famose Musik von Guido und Maurizio de Angelis.
Bildqualität
Die
Schärfe des Bildes ist leicht schwankend. Nahaufnahmen besitzen
eine ausgezeichnete Bildschärfe - vor allem wenn man bedenkt
das der Film aus Italien kommt und dreißig Jahre alt ist - Totalen
neigen teilweise zu einer nur angenehmen Schärfe. Das leichte
Hintergrundrauschen stört in keiner Weise. Sehr schön fällt
auf, dass das Bild nur sehr wenige Bildpunkte oder Verschmutzungen
aufweist. So kann sich die volle Pracht der Bilder entfalten, deren
Farbwiedergabe durch satte Töne überzeugt. Nur einige wenige
Bilder überstrahlen durch den Kontrast, aber das spielt kaum
eine Rolle. Insgesamt ein sehr guter Transfer für einen Film
dieses Alters.
Tonqualität
Auch der Ton schließt sich der Bildqualität an. Ohne größeres Rauschen ist alles klar und verständlich wiedergegeben. Nur beim deutschen Ton gibt es ganz selten ein leichtes Knacken, aber sonst ist auch hier alles in Ordnung. Sehr schön ist die Musikwiedergabe, die höchst effektiv mit guter Dynamik aus den Boxen schallt. Da die ursprüngliche deutsche Fassung geschnitten war, sind manche Szenen nur auf Italienisch mit deutschen Untertiteln enthalten.Extras
Auf einer zweiten DVD ist das Bonus-Material zu "Der schwarze Korsar" Untergebracht. Sehr schön ist die 32minütige Featurette "Sergio Sollima und die Piraten" geworden. Der Regisseur spricht mit dem Gestus des Geschichtenerzählers über die schwierigen Produktionsbedingungen des Films und über ein paar daran Beteiligte. Passend zu Sollimas Ausführungen sind immer wieder alte Setfotos oder Werbematerialien eingeschnitten.
Daneben
enthält die DVD die dreiteilige Super-8-Version des Films,
die insgesamt etwa 45 Minuten lang ist. Filmhistorisch ist es sehr
interessant, wie das Heimkino vor der technischen Entwicklung zunächst
des Videoformats und dann der DVD ausgesehen hat. Hier kann man
eine spannende Zeitreise machen.
Abgerundet wird das Bonus-Material zwei Trailer (italienisch, englisch), eine Bildergalerie und den tschechischen Vorspann, der einen anderen Hintergrund für die Titel besitzt.
Fazit
Mit "Der schwarze Korsar" lässt sich vortrefflich eine spannende Reise in die abenteuerliche Welt der Liebe sowie der Piratenromantik machen. Sergio Sollima hat trotz schwieriger Produktionsbedingungen ein schönes Stück Abenteuerromantik inszeniert, das auf dieser DVD sehr gut zur Geltung kommt.Stefan Dabrock
| Originaltitel | Il Corsaro nero (Italien 1976) |
| Länge | 120 Minuten (Pal) |
| Studio | Koch Media |
| Regie | Sergio Sollima |
| Darsteller | Kabir Bedi, Carole André, Mel Ferrer, Angelo Infanti, u.a. |
| Format | 1:2,35 (16:9) |
| Ton | DD 2.0 Deutsch, Italienisch |
| Untertitel | Deutsch |
| Extras | Featurette "Sergio Sollima und die Piraten", Trailer, u.m. |
| Preis | ca. 20 EUR |
| Bewertung | sehr gut |