"Mortuary"
ist wahrlich nicht die erste filmische Leiche, die Tobe Hooper im
Keller hat. "Eaten Alive" besticht durch eine lächerliche
Dramaturgie, die ständig grundlos neue Menschen zu einem heruntergekommenen
Motel in die amerikanischen Ödnis schickt, in dessen Nähe
man sich selbst mit einer ausgezeichneten Landkarte nicht verirren
würde; "Texas Chainsaw Massacre 2" ist zwar ganz amüsant,
aber ein grotesker Comic-Film, der sich in peinlicher Weise des Namens
des ersten Teils bedient; "Body Bags" ist vollständig
langweilig, so dass auch Hoopers Episode keine Qualitäten besitzt;
"Crocodile" kann man bestenfalls zu Gute halten, dass er
kein Budget hatte, die absurde Dramaturgie, welche irgendwelche Menschen
hektisch zeternd um einen See jagt, damit sie durch ein Riesenkrokodil
gefressen werden, ist unentschuldbar; und "Toolbox Murders"
reiht beliebig brutale Mordszenen aneinander, die nicht nur in platter
Weise sadistisch sind, sondern auch jegliches Gespür für
einen zusammenhängenden erzählerischen Atem vermissen lassen.
stimmt
mit der Leichhalle und dem dazugehörigen Friedhof nicht. Ein
seltsamer tentakelartiger Schimmel kommt des öfteren aus dem
Abfluss der Leichenhalle gekrochen, sobald er Blut wittert, irgendwer
schleicht nachts zwischen den Gräbern herum und warum kotzen
die asozialen Kids der Gegend anderen Mitmenschen plötzlich schwarzen
Schleim in den Mund?Bildqualität
Das Bild weist selbstverständlich keine Verschmutzungen oder Defekte auf, da der Film aktuellen Datums ist. Die Schärfe ist in Ordnung, gleitet bisweilen jedoch ins matschige ab, da die Konturenschärfe Schwächen aufweist. Der Kontrast lässt teilweise Details in dunklen Szenen verschwinden. Demgegenüber können die kräftigen Farben überzeugen. Das leichte Hintergrundrauschen stört kaum.Tonqualität
Der 5.1-Ton schöpft die räumlichen Möglichkeiten nicht im vollen Umfang aus. Zumeist tummelt sich das akustische Geschehen in den vorderen Boxen, wo auch die ganze Bandbreite genutzt wird. Das ist gerade bei einem Horrorfilm ein großer Nachteil, käme es aus atmosphärischen Gründen doch darauf an, einen guten Mix zu präsentieren, der seine Schockgeräusche auf alle Boxen verteilt. Lediglich die Musik vermag hier mehr zu bieten. Die Dialoge sind gut verständlich.Extras
Herzstück
des Bonusmaterials ist die 54minütige Dokumentation "Behind
the Scenes". Sie widmet sich dem Projekt in sieben thematischen
Kapiteln, die Aufnahmen vom Dreh präsentieren. Dabei kommen die
Schauspieler, der Produzent, der Regisseur oder andere am Film Beteiligte
zu Wort. Sie ist wesentlich interessanter, als der Hauptfilm selbst,
weil das reichhaltige B-Roll-Material einen guten Einblick in die
Arbeitsweise am Set gibt. Tobe Hooper tapst wie ein gemütlicher
alter Herr durch die Szenerie und vermittelt den Eindruck, als wisse
er, was er mit dem Film vorhabe. Das ist vor allem angesichts des
Ergebnisses erstaunlich. Dabei wirkt Hooper äußerst sympathisch.
Die eingeschnittenen Interviewsequenzen bieten zusätzlich interessante
Aspekte über das Projekt, wenn man die Äußerungen
der Darsteller außen vor lässt, da die lediglich Inhaltliches
zum Besten geben.Fazit
"Mortuary" erweist sich als filmische Katastrophe, die keinerlei Gespür für das Geschichten erzählen besitzt. Das Werk besitzt weder einen einheitlichen atmosphärischen Ton, noch werden die Charaktere oder ihre Lebensumgebung vorgestellt. Während sich Hooper um eine Spannungsinszenierung bemüht, bleibt das Geschehen ständig auf lächerlichem Niveau stehen. Der dadurch entstehende Kontrast erweist sich als Offenbarungseid eines talentlosen Regisseurs. Technisch ist die DVD in Ordnung.Stefan Dabrock
| Originaltitel | Mortuary (USA 2005) |
| Länge | 90 Minuten |
| Studio | Koch Media |
| Regie | Tobe Hooper |
| Darsteller | Dan Byrd, Alexandra Adi, Courtney Peldon, u.a. |
| Format | 1:1,85 (16:9) |
| Ton | DTS Deutsch; DD 5.1 Deutsch, Englisch; DD 2.0 Deutsch, Englisch |
| Untertitel | Deutsch |
| Extras | Behind the Scenes, Trailer, u.m. |
| Preis | ca. 17 EUR |
| Bewertung | Film schlecht, technisch in Ordnung |