Wo es Wellen gibt, wird auch das Surfbrett ausgepackt. Das ist in Norwegen nicht anders als auf Hawaii. Bislang aber konnte Even dem Lockruf des Meeres widerstehen. Als sein Freund, der Surfer Tord, Karen heiratet, in die auch er verliebt ist, leistet er sich als Trauzeuge einen peinlichen Auftritt. In einer Rede teilt Even der Hochzeitsgesellschaft mit, dass dies ein unglücklicher Tag für ihn sei, weil er Karen liebe. Kurz darauf muss Tord in einer dringenden beruflichen Angelegenheit nach Singapur und bittet Even darum, auf seine schwangere Frau aufzupassen. Während Tords Abwesenheit kommen sich Even und Karen nahe, aber diese Liebe kann nicht reibungslos verlaufen. Um Karen nachhaltig zu beeindrucken, lernt Even bei einem zurückgezogen lebenden Ex-Surfer den Umgang mit dem Board.
„Monsterthursday“ macht sehr vieles richtig und eine entscheidende Sache falsch. Obschon die Handlungskonstruktion ihre Schwächen hat – wer bittet schon jemanden darum, auf die eigene Frau aufzupassen, wenn derjenige in sie verliebt ist? - nimmt man den liebenswerten Figuren sogar solche absurden Entscheidungen ab. Im Norwegen des Films brechen die Menschen eben, mit Ausnahme der Hochzeitzsrede Evens, nicht mit ihren Gefühlen auf dramatische Weise nach außen. Da vertraut man seinem Freund, auch wenn er in die eigene Frau verliebt ist. Konflikte dieser Art tragen die Figuren nicht offen aus, es geht scheinbar entspannter zu. Norweger und Norwegerinnen kommen eben nicht aus Spanien, für ihr Volk gelten andere Klischees. Diese leicht skurrile Art, Zurückhaltung zu üben, hat auch etwas sympathisches, weil ruhiges, wenig hecktisches an sich. Darüber hinaus liegen darin Vorteile für ein Melodram, das „Monsterthursday“ ist, weil sich die Last der Gefühle bis zum Finale anstauen kann, wo sie mit großer filmischer Geste aufgelöst wird. Das alles leistet der Film, so dass seine Voraussetzungen zwischen schäumenden Wellen und verschrobenem Humor gut sind. Den entscheidenden Fehler begeht das Drehbuch, wenn es im ersten Teil eine Szene einbaut, die nicht nur das Ende vorweg nimmt, sondern den Handlungsverlauf mit seinem Ende als zwingend notwendige Entwicklungslinie definiert, weil dort nur vollendet wird, was eigentlich schon passiert ist. Der Film interpretiert auf diese Weise die Dramatik der sich zuspitzenden Gefühlswelten nicht mehr als organischen, tragischen Prozess, sondern als logische Notwendigkeit. Das entwertet sie bis zur Nichtexistenz, so dass sich „Monsterthursday“ in der Konstruktion verheddert, die letztlich nur noch Mathematik statt Emotion ist.
Bildqualität
Tonqualität
Die beiden 5.1-Spuren bieten keine nennenswerten räumlichen Effekte. Die Dialoge sind stets klar und verständlich. Störendes Rauschen existiert nicht.Extras
Neben dem Musikvideo (etwa vier Minuten) reiht die Featurette „Bretter, die die Welt bedeuten“ (etwa sieben Minuten) Surfaufnahmen aus dem Film aneinander, ohne das es irgendeine Bedeutung hätte. Vielleicht soll es einfach schön aussehen, letztlich wirkt es sinnlos. Der Beitrag „SFX“ (etwa drei Minuten) über die Effekte zeigt die verschiedenen Schichten einzelner Filmaufnahmen sowie die fertigen Szenen. Textafelbio- und filmographien sowie der Trailer runden das Bonusmaterial ab.Fazit
„Monsterthursdy“ degradiert sein melodramatisches Potential zur stupiden Logik, wodurch die Tragik der Liebesbeziehungen aus den Angeln gehoben wird, da sie nur Mittel zu dem Zweck sind, ein anderes schicksalhaftes Ereignis abzuschließen. Technisch ist die DVD in Ordnung.Stefan Dabrock
Originaltitel | Monstertorsdag (Norwegen 2004) |
Länge | 99 Minuten (Pal) |
Studio | epiX |
Regie | Arild Østin Ommundsen |
Darsteller | Vegar Hoel, Silje Salomonsen, Andreas Cappelen, u.a. |
Format | 1:2,35 (16:9) |
Ton | DD 5.1 Deutsch, Norwegisch |
Untertitel | Deutsch |
Extras | Musikvideo von Thomas Dybdahl, Trailer, u.m. |
Preis | ca. 20 EUR |
Bewertung | gescheitert, technisch ordentlich |