Romantik
im Verlies
Fair Haired Child
special:
masters of horror - alle folgen

William
Malone weiß durch seine Serienerfahrung ("Freddy's Nightmares",
"Tales from the Crypt") wie er mit dem 60minütigen
Format umgehen muss. Ohne viel Zeit zu verlieren, montiert Malone
die Erfahrungen der Außenseiterin Tara während eines gewöhnlichen
Schultags mit den Vorbereitungen einer merkwürdigen Gestalt in
einem Wagen, die ein Foto von Tara bei sich trägt. Auf der Heimfahrt
folgt der Wagen dem jungen Mädchen auf ihrem Weg durch den dunklen
Wald und es kommt, was bereits dräute, sie wird entführt.
In einem Haus mitten im Nirgendwo wacht sie auf. Die Bewohner, ein
verschroben unheimlich wirkendes Paar, werfen Tara in den Keller.
Dort versucht der stumme Johnny gerade sich umzubringen, wird aber
durch das junge Mädchen gerettet. Merkwürdige Sprüche
mit unverständlichen Warnungen sowie eine blutverschmierte Wanne
sorgen dafür, dass die ohnehin schon unheimliche Atmosphäre
noch ein bisschen gruseliger wird. Irgendetwas scheint im Dunkel des
Verlieses zu lauern.
Von der gelungenen Einführung der Hauptfigur bis zum feinen Schluss
stimmt bei "Fair Haired Child" einfach alles. Das makabre
Märchen um einen

gruseligen
Handel mit dunklen Mächten würzt Malone mit einer guten
Spannungsinszenierung. Effektiv fängt er die Stimmung des dunklen
Waldes zu Beginn ein, sorgt dafür, dass die Darsteller des seltsamen
Paares mit Wohnsitz Waldhaus unheimlich wirken (vor allem Lori Petty
überzeugt) und bringt die Urangst, die mit einem dunklen Keller
in Verbindung steht, dank der geschickten Geräuschinszenierung
den Punkt. Gleichzeitig formuliert Malone die emotionale Kraft der
wahren Liebe als Ausweg gegenüber den dunklen Mächten. Hier
liegt der romantische Kern innerhalb der Geschichte. Wie im Märchen
kommt es auf die Reinheit der Gefühle an. Mit ihnen lässt
sich auch das Außenseiterschicksal verdrängen.
Bildqualität
Die
Bildqualität siedelt sich in "Deer Woman"-Regionen
an. Bildpunkte oder Verschmutzungen gibt es selbstverständlich
nicht zu beklagen. Die Schärfe ist sehr gut, das Bild wirkt detailreich.
Die Farbwiedergabe ist sehr gelungen, gleiches gilt für den tiefen
Schwarzwert, so dass sich die einzelnen Szenen gut entfalten können.
Rauschmuster halten sich in engen Grenzen.
Tonqualität
Der
Ton entfaltet seine dynamischen Qualitäten vor allem auf den
vorderen Lautsprechern. Die Dialoge werden rauschfrei und verständlich
wiedergegeben. Eine echte räumliche 5.1-Kulisse entwickelt sich
kaum. Insgesamt kann man aufgrund der guten restlichen Abmischung
aber sehr zufrieden sein.
Extras

Das
Bonusmaterial besteht aus Interviews mit Regisseur William Malone
(ca. 10 Minuten), und den Darstellern sowie Darstellerinnen Lori Petty
(ca. 10 Minuten), William Samples (ca. 16 Minuten), Lindsay Pulsipher
(ca. 11 Minuten) und Jesse Haddock (ca. 9 Minuten). Dabei schafft
es der Interviewer erneut, seine Gesprächspartner und -partnerinnen
klein zu kriegen. Mit den einfallslosen Standardfragen (Was ist Ihre
Lieblingsszene?, Beschreiben Sie folgende Szene?, Wie ist die Zusammenarbeit
mit den Kollegen?, etc.), die bereits aus dem Bonusmaterial vergangener
Serienteile bekannt sind, gelingt es dem Interviewer, jeden noch so
intelligenten Ansatz wieder zu vernichten. Regisseur William Malone
und Darsteller William Samples kämpfen zwar tapfer dagegen an,
haben aber kaum eine Chance. Dennoch sind ihre Interviews aufgrund
des Versuchs, das Gespräch etwas intelligenter zu gestalten,
am lohnenswertesten. Malone beschreibt ein wenig seine Arbeit sowie
den Stil der Folge, während Samples eine Analyse des innewohnenden
Themas der Erzählung andeutet. Die anderen Interviews haben keinen
Wert.
Eine Texttafelbiographie (Menü übrigens fälschlicherweise
als Biographie Lucky McKee bezeichnet) über William Malone rundet
das Bonusmaterial ab.
Fazit
"Fair
Haird Child" verlässt sich erfolgreich auf die märchenhafte
Mischung aus Schauer und Romantik seiner Erzählung. Regisseur
Malone gelingt es, dies mit einer effektiven Spannungsinszenierung
sehr gut in Szene zu setzen. Technisch ist die DVD sehr gut.
Stefan Dabrock
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Originaltitel |
Fair
Haired Child (USA 2005) |
Länge |
56
Minuten (Pal) |
Studio |
Splendid |
Regie |
William
Malone |
Darsteller |
Lindsay
Pulsipher, Jesse Haddock, Lori Petty, William Samples, u.a. |
Format |
1:1,78
(16:9) |
Ton |
DD
5.1 Deutsch, Englisch |
Untertitel |
- |
Extras |
Interviews,
Trailer |
Preis |
ca.
14 EUR |
Bewertung |
gut,
technisch sehr gut |
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