Bevor
sich der Text dem Film im Detail widmet, ein kleiner Hinweis: Wer
Filme nur unter der Maßgabe bewerten kann, dass sie stets das
Rad neu erfinden müssen, der sollte nicht mehr weiter lesen,
da "Forest of the Damned" das nicht leisten kann und will.
Wer an der Kunstform Film in seinen vielfältigen Varianten interessiert
ist und sich dafür begeistern kann, wie unterschiedliche Filmemacher
sehr ähnliche Stoffe auf leicht verschobene Weise erzählen,
ist eingeladen in den Wald der Verdammten.
sich
ein Teil der Gruppe auf der Suche danach, um Hilfe holen zu können.Bildqualität
Ob
es nun Absicht ist oder nicht, bleibt unklar, aber in der vorliegenden
Fassung sieht der Film vor allem in den Tagaufnahmen so aus, als habe
man die Filmkopie eines verschollen geglaubten Horrorfilms aus den
70ern gefunden. Der farbliche Ton besitzt einen leichten rot-bräunlichen
Stich, der filtererzeugt sein könnte, und das Bild wirkt matschig.
Natürlich sind keine Verschmutzungen oder Bilddefekte zu sehen,
da es sich um ein neues Werk handelt. Während hier die Schärfe
keine optimalen Werte erreicht, gibt es andere Szenen, in denen die
Konturen bei Bewegungen stark flimmern, so dass der Eindruck eines
überscharfen Bildes entsteht. Der Kontrast besitzt teilweise
extreme Werte und in den dunklen Szenen innerhalb des Hauses bleibt
vieles im Dunkeln. Letzteres stört jedoch gar nicht, weil dadurch
das Spannungspotential gesteigert wird. Andere Bilder wurden mit stylischen
Farbfiltern in Szene gesetzt, die auf der DVD ihr volles Potential
entfalten können.
Tonqualität
Der englische 2.0-Ton liefert ordentliche Ergebnisse. Die Dialoge sind klar und verständlich, lediglich an manchen Stellen etwas dumpf. Die atmosphärische Musik kann ihr Potential ausspielen. Wer es unbedingt möchte, kann sich auch einen deutschen 5.1-Upmix mit schlechter Synchronisation ansehen.Extras
Die DVD enthält drei Deleted Scenes. Eine zeigt lediglich einen uninteressanten Dialog in der Küche des Hauses, in dem zwei aus der Gruppe wohnen. Aus dem Dialog soll eine Spannungsszene werden. Das ganz spielt, bevor die Gruppe los gefahren ist. Die zweite Szene zeigt Probeaufnahmen eines Spezialeffektes, bei dem einer der Engel einen Penis abbeißt, sehr merkwürdig. Die dritte Szene zeigt Aufnahmen aus der Eingangssequenz des Films, in der zur Einführung des Waldes ein Pärchen von den Engeln angefallen wird. Diese Szene fiel der Schere zum Opfer, weil sie den Machern zu sehr in Richtung Softporno ging.Fazit
"Forest of the Damned" bietet gutes Genre-Kino, das aufgrund einer gelungenen Spannungsinszenierung die holprige Einführung vergessen macht. Sex und Tod gehen eine abgründige Liaison ein, die den Splatter als sinnliche Erfahrung erscheinen lässt.Stefan Dabrock
| Originaltitel | Forest of the Damned (GB 2005) |
| Länge | 80 Minuten (Pal) |
| Studio | Adrena Film im Vertrieb der mcone |
| Regie | Johannes Roberts |
| Darsteller | Nicole Petty, Shaun Hutson, Tom Savini, u.a. |
| Format | 1:1,66 (16:9) |
| Ton | DD 5.1 Deutsch, DD 2.0 Englisch |
| Untertitel | Deutsch |
| Extras | Deleted Scenes, Making Of, Trailer, u.m. |
| Preis | ca. 18 EUR |
| Bewertung | gut |