Spiritualität
und religiöse Überzeugung sind für die meisten Menschen
ein Weg zu innerem Frieden. Das Leben lässt sich leichter bewältigen.
Joey Cheng findet nach der Trennung von ihrem Freund keinen inneren
Frieden mehr. Eine Überdosis Tabletten soll sie ins Jenseits
befördern. Das Vorhaben wäre auch erfolgreich gewesen, wenn
nicht ein paar Geister etwas dagegen gehabt hätten. Joey wacht
im Krankenhaus wieder auf, genauso lebendig wie vorher. Nur eine Kleinigkeit
hat sich verändert, sie sieht seltsame Gestalten mit fahler Hautfarbe,
die sich bei Gelegenheit vor Züge werfen oder andere erschreckende
Dinge durchführen. Joeys erregte Reaktion auf diese Vorfälle
kann jedoch niemand nachvollziehen, weil sie die einzige ist, welche
die Geister sieht. Besonders bedrohlich erscheint ein bestimmtes Wesen,
das Joey verfolgt und ein ganz spezielles Interesse an ihr zu haben
scheint. Dabei braucht die junge Frau Ruhe, denn sie ist schwanger.
edrohliche
Präsenz steigert sich innerhalb des Films bis hin zu einem Plan,
der kaum unangenehmer sein könnte. Die Geister besitzen die wahre
Macht, denen auch die Heilslehre des Buddhismus nichts entgegen setzen
kann, weil sie es letztlich gar nicht will. Für Joey bedeutet
dies jedoch das Gegenteil eines inneren Frieden. Sie wird zum reinen
Objekt. Bösartiger als in "The Eye 2" kann man die
Religion des Buddhismus nicht mehr reflektieren. Für die Pangs
handelt es sich bei der Geisteslehre nicht um einen Weg zur Ruhe,
sondern um einen Weg zu ewigem Schrecken, der in beängstigender
Passivität münden würde.
Bildqualität
Der Film präsentiert erfreulich aufgeräumt in beachtlicher Schärfe. Da hat man gerade aus dem asiatischen Bereich schon ganz anderes ansehen müssen. Nur selten wird das Bild etwas zu matschig dargestellt. Ein leichtes Rauschen ist stets präsent und sorgt dafür, dass der Detailreichtum ein wenig leidet. Die Farbwiedergabe sowie Kontrast und Schwarzwert überzeugen demgegenüber vollständig, so dass das Bild einen differenzierten Eindruck macht.Tonqualität
Der
Ton zieht im Bereich der Spannungsmusik, die an den entscheidenden
Stellen das Geschehen begleitet, alle Register. Mit entsprechender
Wucht und Differenziertheit ertönt sie aus allen Boxen und sorgt
für echte Schockmomente. Darüber hinausgehende räumliche
Effekte gibt es nicht. Die Dialoge werden rauschfrei und gut verständlich
wieder gegeben.
Extras
Das ca. 13minütige Making Of präsentiert die übliche Mischung aus kurzen Interviewschnipseln, Filmszenen und B-Roll-Aufnahmen. Wer noch nie ein Making Of dieser Art angesehen hat, kann es hier einmal versuchen.Fazit
Die Pang-Brüder haben mit "The Eye 2" eine bizarr-bösartige Buddhismusreflexion gedreht, welche die Geisteslehre als puren Horror interpretiert. Menschliches Drama und Fantasyelemente fließen elegant zu einem nervenaufreibenden Filmerlebnis zusammen. Technisch ist die DVD gut.Stefan Dabrock
| Originaltitel | Jian gui 2 (HK/Thailand 2004) |
| Länge | 91 Minuten (Pal) |
| Studio | Highlight |
| Regie | Oxide Pang Chun, Danny Pang |
| Darsteller | Shu Qi, Eugenia Yuan, Jesdaporn Pholdee, u.a. |
| Format | 1:1,78 (16:9) |
| Ton | DTS Deutsch, DD 5.1 Deutsch, Kantonesisch |
| Untertitel | Deutsch für Hörgeschädigte |
| Extras | Making Of, Texttafeln zu Besetzung und Stab |
| Preis | ca. 20 EUR |
| Bewertung | Film sehr gut, technisch gut |