Ivan
Zuccons Horrorkreationen fanden bereits ihren Weg auf den deutschen
DVD-Markt. EpiX veröffentlichte die Filme "Armee des Jenseits"
und "Shunned House". Beide berufen sich mit wechselndem
Erfolg wie der jetzt ebenfalls bei epiX erschienene "Darkness
Beyond" auf H. P. Lovecraft.
erweitern.
Der Soldat hetzt durch eine labyrinthisch anmutende Realität,
in der überall das Böse lauert. Dabei wird schnell klar,
dass Zuccon in seiner Jugend gerne Filme von Mario Bava sowie den
Hellraiser-Zyklus gesehen hat. Der ständige Einsatz verschiedenster
Farbfilter taucht das Geschehen wahlweise in rotes, gelblich-orangenes
Licht oder versetzt alles in Schwarzweiß. Nebelschwaden mit
einer Beleuchtung, die Gegenlichteffekte erzeugt, sollen ebenfalls
dazu dienen, eine surreale Schaueratmosphäre zu erzeugen. Auch
wenn die Mittel angesichts des Budgets begrenzt sind, funktioniert
das recht gut, ohne jedoch Bavas Farbästhetik zu erreichen. Die
Kreaturen mit Stacheldrahtgeflechten im Gesicht, welche als Boten
der Finsternis dem Soldaten das Geheimnis entreißen sollen,
erinnern ebenso an die Qualen aus Hellraiser, wie die labyrinthische
Struktur. Zucon weiß jedoch im Gegensatz zu seinen Vorbildern
mit der entfachten Atmosphäre nichts weiter anzufangen. Am Ende
fällt die komplette Horrorvision, die der Film mühselig
in die Hirne der Zuschauer geprügelt hat, vollständig in
sich zusammen. Weil das nicht besonders spektakulär ist, muss
Zuccon noch ein zweites Ende draufsatteln, das mehr als zusammenhanglos
wirkt, da es jenseits der bisher gezeigten Figuren existieren muss.
Obwohl die gesamte Dramaturgie des Films darauf ausgelegt ist, keinen
logisch nachvollziehbaren Handlungsstrang zu präsentieren, versucht
Zuccon, zu einem klassischen Abschluss zu kommen. Das ist bieder und
ohne Sinn. Auch Zucons Nachfolger "Armee des Jenseits" krankte
unter einem katastrophalen Drehbuch. Erst mit "Shunned House"
konnte sich der Italiener frei schwimmen.
Bildqualität
"Darkness Beyond" ist eine Videoproduktion, die eine hübsche Bildqualität besitzt. Die Schärfe ist ebenso ohne Makel wie es keine Bilddefekte oder ähnliche Störungen gibt. Die durch Filter ständig verfremdete Farbpalette bietet ein sattes atmosphärisches Erscheinungsbild. In dunklen Passagen gehen angesichts des Kontrastes aber Details verloren. Rauschmuster sucht man vergeblich.Tonqualität
Der Italienische 2.0-Ton bietet eine solide Abmischung im vorderen Boxenbereich. Bei besonders dramatischen Szenen kommt auch der Subwoofer zum Einsatz. Ohne Rauschen lässt sich alles gut verstehen. Wer es unbedingt möchte, kann sich auch einen deutschen 5.1-Upmix anhören.Extras
Als
Bonus enthält die DVD eine etwa 30minütige Kurzfilmversion
von "Darkness Beyond", welche die Grundlage für die
Langfassung bildete. Weniger Minuten Laufzeit bedeuten in diesem Fall
ein höheres Maß an Surrealität, weil nun gar nichts
mehr verständlich wäre, würde man nicht bereits die
Langfassung kennen. Letztlich verhält sich diese Version zur
71 Minuten langen Fassung wie die Super-8-Versionen aus früheren
Heimkinotagen zu ihren ungeschnittenen Pendants.Fazit
"Darkness Beyond" liefert durchaus atmosphärische Schauerbilder, da Ivan Zuccon in visueller Hinsicht nicht untalentiert ist, das Drehbuch macht solche Pluspunkte aber leider zunichte. Vor allem der biedere Schluss enttäuscht. Technisch ist die DVD gut.Stefan Dabrock
| Originaltitel | L'Altrove (Italien 2000) |
| Länge | 71 Minuten (Pal) |
| Studio | epiX |
| Regie | Ivan Zuccon |
| Darsteller | Michael Segal, Emanuele Cerman, Roberta Marrelli, u.a. |
| Format | 1:1,33 (4:3) |
| Ton | DD 5.1 Deutsch, DD 2.0 Italienisch |
| Untertitel | Deutsch |
| Extras | Kurzfilmversion von "Darkness Beyond", Alternatives Ende, u.m. |
| Preis | ca. 20 EUR |
| Bewertung | schwach, technisch gut |